Schweigepflicht

Nach oben Delegation ärztl. Leistungen Charité Ausnahmebudgets Nutzungsentgelte Wahlleistung Endoskopien Jobsharing Medizinrechtliche Links Praxisvertreter Prüfungsentgelte Facharztstandard OP-Berichte Umsatzsteuer? Praxiscomputersysteme Therapiefreiheit Fehlbelegungsprüfung-MDK Einbecker Empfehlungen Aerztliche Aufklärung Arzt Praktikum Schweigepflicht Arzthaftung

Informationen zur ärztlichen Schweigepflicht

 (C) 2001 Rechtsanwalt Dr. Albrecht Wienke
Bonner Str. 323, 50968 Köln
Tel: 0221 / 3765-310
Fax: 0221 / 3765-312
mail@albrechtwienke.de

 HOME (zurück)

 

Die ärztliche Verschwiegenheit zählt berufsrechtlich zu den wesentlichen Berufspflichten jedes Arztes. Historisch hat die ärztliche Schweigepflicht ihren Ursprung im sog. Eid des Hippokrates. Dort heißt es:

  “Was immer ich sehe und höre bei der Behandlung oder außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen, so werde ich von dem, was niemals nach draußen ausgeplaudert werden soll, schweigen, indem ich alles derartige als solches betrachte, das nicht ausgesprochen werden darf.“

Die auch in den geltenden Berufsordnungen der Ärztekammern geregelte und von § 203 des Strafgesetzbuches sanktionierte ärztliche Schweigepflicht bezieht sich in diesem strengen Sinne regelmäßig auch auf das Verhältnis zu nahen Angehörigen des jeweiligen Patienten. Nur in seltenen Not- und Ausnahmefällen und bei Vorliegen besonderer Rechtsfertigungsgründe darf der Arzt die Verschwiegenheit dem Ehegatten seines Patienten gegenüber oder – etwa bei alten Patienten – den Kindern gegenüber lockern.

Das hat zur Folge, dass der Arzt z.B. telefonische Auskünfte über den behandelten Ehegatten grundsätzlich nicht dem anderen Ehegatten gegenüber erteilen darf. Auch darf der Arzt seine Rechnung mit entsprechender Diagnose regelmäßig nur an seinen Patienten und nicht etwa an den hauptversicherten Ehegatten versenden.

 

 Bei der Behandlung Minderjähriger muss jeder Arzt sorgfältig abwägen und gewissenhaft prüfen, wessen – nicht selten widerstreitende – Interessen vorgehen: das Geheimhaltungsinteresse des heranwachsenden Jugendlichen, auch seinen Eltern gegenüber nichts von seiner Erkrankung oder seinen Interessen (Stichwort: Empfängnisverhütung) verlauten zu lassen, oder das legitime Interesse der Erziehungsberechtigten und –verpflichteten zu wissen, wie es um den gesundheitlichen Status ihres Kindes bestellt ist. Das Wohl des Kindes oder Jugendlichen erfordert regelmäßig dann eine Information der Eltern, wenn eine erfolgreiche Behandlung und Heilung nur im Zusammenwirken mit den Eltern gewährleistet ist.

 

In diesem Sinne hebt § 9 der Musterberufsordnung der Deutschen Ärzte ausdrücklich hervor, dass der Arzt über das, was ihm in seiner Eigenschaft als Arzt anvertraut oder bekannt geworden ist – auch über den Tod des Patienten hinaus – zu schweigen hat. Dazu gehören auch schriftliche Mitteilungen des Patienten, Aufzeichnungen über Patienten, Röntgenaufnahmen und sonstige Untersuchungsbefunde. Der Arzt ist nur dann zur Offenbarung befugt, soweit er von seinem Patienten von der Schweigepflicht entbunden worden ist oder soweit die Offenbarung zum Schutze eines höherwertigen Rechtsgutes, z.B. in Notfällen, erforderlich ist.

Ein Informationsservice von Wienke & Becker - Köln®
WB-K Rechtsanwälte